• Initiatorin Marielle Manahl
    Initiatorin Marielle Manahl
    begrüßt die Gäste.
  • Eröffnung
    Eröffnung
  • Hakum Ludin
    Hakum Ludin
    einer der großen Percussionisten begleitete
    die Eröffnung musikalisch.
  • Jumanda Gakelebone
    Jumanda Gakelebone
    Sprecher der mit dem ALternativen Nobelpreis
    gewürdigten Initiative First People of Kalahari.
  • Preisträgerin Maude Barlow
    Preisträgerin Maude Barlow
    mit Geseko v. Lüpke, der das Eröffnungsgespräch
    mit den Laureaten führte.
  • Sima Samar
    Sima Samar
    die afghanische Menschenrechtsaktivistin
    und Preisträgerin.
  • Austausch und Begegnung in den Pausen
    Austausch und Begegnung in den Pausen
  • Bescheidene Helden
    Bescheidene Helden
    10 Jahre Projekte der Hoffnung
  • Bescheidene Helden
    Bescheidene Helden
    10 Jahre Projekte der Hoffnung
  • Bescheidene Helden
    Bescheidene Helden
    10 Jahre Projekte der Hoffnung
  • Bescheidene Helden
    Bescheidene Helden
    10 Jahre Projekte der Hoffnung
  • Bescheidene Helden
    Bescheidene Helden
    10 Jahre Projekte der Hoffnung
  • Bescheidene Helden
    Bescheidene Helden
    10 Jahre Projekte der Hoffnung
Der ISUS-PREIS wird vergeben als Auszeichnung von Personen, Arbeiten und Institutionen, die neue Erkenntnisse über die Erfindersituation vermitteln oder diese verbessern und Erfinder unterstützen sowie wertvolle Praktiken in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft aufzeigen.
Die Stiftung definiert dazu in Zusammenarbeit mit Experten Themenfelder, in denen herausragende wissenschaftliche Leistungen, besonders wertvolle Praktiken in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft oder auch technische Erfindungen, die in das Spektrum der Stiftung fallen, ausgezeichnet werden.
Für den 1. ISUS Preis stand die kritische Auseinandersetzung mit Schutzrechten und deren Auswirkung auf Lebensqualität und Forschungsinnovationen im Fokus.
       
  Ausgezeichnete Arbeit

Human Rights and the WTO Menschenrechtsaktivisten stellen die Welthandelsorganisation (WTO) oft als Bedrohung der Menschenrechte dar. Andere hingegen verteidigen die Organisation als Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung und damit zu mehr Wohlstand auch der Entwicklungsländer.
Dr. Hestermeyer untersucht in seiner Dissertation die Konfliktlage zwischen Welthandelsrecht und Menschenrechten anhand eines dramatischen Beispiels:
Der Konflikt zwischen dem internationalen Patentrecht als Teilgebiet des Welthandels-rechts und dem Recht auf Zugang zu Medikamenten, das vom Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte geschützt wird.

Das Welthandelsrecht schreibt auch Entwicklungsländern den Erlass von Patentgesetzen vor, mit denen pharmazeutische Erfindungen geschützt werden können. Als Anreiz für Erfinder gedacht, gewähren Patente ein Quasi-Monopol auf die Erfindung und führen so zu höheren Preisen. Bei Medikamenten kann dies in Entwicklungsländern zu einer dramatischen Verschlechterung der Versorgungslage führen. Das Thema Human Rights and the WTO erlangte die
Aufmerksamkeit der Weltpresse im Rahmen eines Rechtsstreits um den Patentschutz von AIDS-Medikamenten in Südafrika, der die Preise dieser Medikamente empfindlich erhöhte. Der Streit ist seitdem in zahlreichen Fällen, oft abseits der Aufmerksamkeit der Weltpresse, relevant  geworden.
Dr. Hestermeyer stellt sowohl die patentrechtliche als auch die menschenrechtliche Seite des Konflikts dar. Das Völkerrecht bietet zur Zeit wenige Lösungsansätze für eine Konfliktlage zwischen völkerrechtlichen Regimen. Hoffnung verbindet sich jedoch mit einer menschenrechtsfreundlichen
Auslegung des internationalen Patenrechts. Eine solche wird in dem Werk vorgenommen.

Zur Zeit wird auf Wunsch der Industrieländer in Freihandelsabkommen ein immer stärkerer Schutz geistigen Eigentums ausgehandelt, speziell im Bereich der Medikamente. Entwicklungsländer sind oft bereit, in diesem Sektor ihre Interessen zurückzustellen, um besseren Zugang zu den Märkten der entwickelten Länder für ihre Waren zu erhalten.
Die entwickelten Ländern wiederum erfüllen Forderungen der pharmazeutischen Industrie, deren Lobby so erfolgreich ist, dass in den USA der Personalaustausch zwischen den verantwortlichen Regierungsstellen und der Pharmalobby zur Normalität geworden ist. Dies schadet nicht nur den
Entwicklungsländern: So verhindern die Standards, die von den Vereinigten Staaten in Verhandlungen eingebracht werden, in entwickelten Ländern sinnvolle Reformen des Patentrechts.

Verleihung

Am 30.11. war es soweit. Der ISUS Preis wurde im Rahmen der Dieselmedaillen-Verleihung, ältester Erfinderpreis weltweit im Ehrensaal des Deutschen Museums in München für herausragende wissenschaftliche Leistungen an Herrn Dr. Holger Hestermeyer übergeben. Die Verleihung fand im Beisein von rund 200 geladenen Gästen aus Wirtschaft, Politik und Medien statt.

Die Laudation hielt unsere Kuratoriumsvorsitzende, Frau Professor Dr. Johanna Haberer, Vizepräsidentin der Universität Erlangen. Es war eine bewegende Laudatio, die  das Publikum berührte genauso wir die Dankesrede von Herrn Hestermeyer, da diese die kritische Auseinandersetzung mit dem Thema weiter anregte.
  Filmbeiträge
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Ergebnis
Die ausgezeichnete Arbeit hat dazu beigetragen, dass im Bereich der Patentrechte in den letzten Jahren ein Wandel vollzogen wurde. Früher glaubten Patentrechtler, dass ein stärkerer Patentschutz automatisch auch zu mehr Innovation führt und die höheren Preise, die Patente verursachen, damit
gerechtfertigt sind. Heute setzt sich immer mehr die Skepsis durch, dass ein zu starker Patentschutz auch innovationsfeindlich wirken kann und dass es Bereiche gibt, in denen die Anreizwirkung der Patente fehlgeht und die
Preissteigerung nicht gerechtfertigt ist.

Preisträger Dr. Holger Hestermeyer

Dr. Hestermeyer entdeckte seine Leidenschaft für Völkerrecht und Geistiges Eigentum während seines Jurastudiums in Münster und Berkeley.
Nachdem er die Anwaltszulassung in New York erworben hatte, zog es ihn zum Heidelberger Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht. Dort entstand seine Doktorarbeit, die mit einer Otto Hahn
Medaille und dem Otto Hahn Award der Max-Planck- Gesellschaft ausgezeichnet wurde. Nach dem Referendariat kehrte er als Gruppenleiter an das Max-Planck-Institut zurück. Dort forscht er über verfassungsrechtliche und
verwaltungsrechtliche Fragestellungen sowie über die Problematik einer menschenrechts-konformen Ausgestaltung des internationalen Wirtschaftssystems. Seine Forschungs- und Lehrtätigkeit führte ihn in dieser Zeit in die USA, nach Italien, Mexiko und Chile.

Dr. Hestermeyer ist Mitglied im Executive Council der Society of International Economic Law, Mitverantwortlicher für das Red Latino-Americana de Derecho Internacional Económico und Mitglied der editorial boards der Revista de Derecho Económico Internacional und Zeitschrift, Contexto.

Pressemitteilung
Pressemitteilung EZN DIE 2012-11-30.pdf
     
  Fazit

Ein wesentlicher Aspekt für die Verleihung des ISUS-Preises an Dr. Hestermeyer ist die kritische Auseinandersetzung mit Erfindungen, Patenten und damit zusammenhängenden politischen Themen. „Gesellschaftskritische Arbeiten werden oft von Auszeichnungen ignoriert“, erklärt ISUS-Vorstand Ulrike Sauer.
„Aber gerade diese Kritik ist wichtig, um Erfindungen und Patente nicht zum rein ökonomischen Selbstzweck verkommen zu lassen.“
Wir gratulieren Herrn Hestermeyer zu diesem Preis!