• THEYSON(R)-Lockstofffalle in Esche
    Borkenkäfer auf THEYSON(R)-Schlitzfalle
  • Fallenfangexperiment in Rot-Buche
    Fallenfangexperiment in Rot-Buche
  • Hylesinus fraxini
    Hylesinus fraxini
  • wehnert
    Dipl.- Forstwirt Michael Wehnert
    PDF-Lebenslauf/Interview (Bild anklicken)
  • müller
    Prof. Dr. Michael Müller
  • tu dresden
    Link zur Website TU-Dresden
    Zur Webseite gehen... (Bild anklicken)
Forschungsprojekt an der Technischen Universität Dresden, Dissertation
Analyse und olfaktorische Steuerung bast- und holzbesiedelnder, sowie diese natürlich regulierender zoophager Insekten an Laubbäumen als Grundlage für ein zukunftsfähiges und nachhaltiges Risikomanagement

  Hintergrund
Die Waldbewirtschaftung der letzten Jahrzehnte war und ist auf eine Erhöhung des Laubbaumanteils ausgerichtet. Während die Gefährdung von Nadelbäumen durch bast- und holzbesiedelnde Insekten allgemein bekannt ist,
wird davon ausgegangen, dass derartige Probleme bei Laubbäumen nicht auftreten. Laubbäume weisen in dieser Hinsicht tatsächlich eine etwas höhere Stabilität auf. Andererseits verfügen sie kaum über aktive Abwehrreaktionen wie die Nadelbäume. Darüber hinaus wird der Klimawandel auch für Laubbäume höhere Prädispositionen mit sich bringen. Beispielsweise mehren sich die Belege dafür, dass einige bast- und holzbesiedelnde Insekten infolge von steigenden Laub-baumanteilen sowie der einhergehenden Klimaveränderung zu wachsenden Schäden in den Wäldern führen.
Dies betrifft vor allem Prachtkäferarten sowie Borkenkäferarten, da Laubbäume zudem ein wesentlich größeres Spektrum an Insekten aufweisen, unter denen sich auch zahlreiche potentielle Schädlinge befinden, werden hier neue Strategien für ein Risikomanagement erforderlich.

Ziel
Ziel des Projektes ist es einerseits die Schädlingspotenziale unter den bast- und holzbesiedelnden Insekten an Laubbäumen aufzuklären, anderseits aber auch deren natürliche Regulation durch Parasitoide und Prädatoren zu erforschen. Dabei soll mit Hilfe der zu untersuchenden chemischen Kommunikation das Prinzip der ‚Allochthonen Kairomone‘ (klick Bild > vergrößern)[bbgal=borken] angepasst werden, wodurch Antagonisten gezielt gesteuert werden können.
  Filmbeitrag

Umsetzung
Dafür wurde im Rahmen des Projektes, Komponenten der chemischen Kommunikation von Borkenkäfern aus Laubbaumbeständen identifiziert, welche später beispielsweise als ‚Allochthone Kairomone‘ im Nadelwaldhabitat fungieren könnten. Da Prädatoren zur Beute-suche hauptsächlich die
Komponenten des chemischen Kommunikationssystems ihrer Beuteorganismen nutzen, wird mit der Identifizierung eine gezielte Steuerung der Prädatoren möglich. Mit dem Wissen über diese Verständigung zwischen den Arten könnte man, im Rahmen eines integrativen und naturnahen Waldschutzes, Prädatoren aggregieren und an potenzielle Gefahrenherde lenken.

Ergebnis
Die Dissertation ist als Manuskript fertig und wird voraussichtlich Mitte des Jahres fertig begutachtet sein. Zudem wird für einige Ergebnisse noch eine Veröffentlichung in wissenschaftlichen Zeitschriften angestrebt. Eine
Veröffentlichung wurde an das REVIEW gesendet und hat gute Aussicht auf Veröffentlichung.
Auf Tagungen gab es schon Feedback das die Ergebnisse für die Praxis durchaus Relevanz besitzen könnten - vor allem die sehr positiven Ergebnisse in Eschenbeständen, welche zur Zeit durch das Eschentriebsterben sehr stark beeinträchtigt sind, lassen hier künftig Anwendungsgebiete erwarten.
     
  Begründung der Förderung
Der Einsatz unselektiv wirkender Pflanzen-schutzmittel bei der Bekämpfung von Borken-käfern führt unvermeidbar zum Verenden von nützlichen Insekten- und teilweise auch Vogelarten. Im Sinne einer nachhaltigen und naturnahen Bewirtschaftung der Wälder sollte es künftig das Anliegen sein, auf diese Insektizide weitestgehend zu verzichten. Daher scheinen naturnahe Methoden im Waldschutz, wie sie im Zuge dieses Projektes erarbeitet wurden, eine gute und nachhaltige Alternative und passen sehr gut zu unserem Stiftungszweck, der Projekte unterstützt, die zu einem verantwortungsvollen Umgang mit der Natur beitragen und die Umwelt nicht weiter belasten.
Experiment Borkenkäfer - W wie Wissen - DAS ERSTE